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SUMMARY:Stagnation in einer Epoche rapiden Wandels: Zur Mortalität in japanischen Städten 1913 und 1930
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DESCRIPTION:Der Zusammenhang von Bevölkerungsentwicklung und sozioökonomischer Entwicklung ist eine zen­tra­le Frage der historisch arbeitenden Bevölkerungs­wis­sen­schaft. Das besondere Interesse galt dabei stets der zu beobachtenden Korres­pon­denz zwischen begin­nender Industrialisierung und Bevölke­rungs­wachs­tum. Eng damit ver­bun­den sind unter­schied­liche Bewer­tungen des In­dustrialisie­rungs­­prozesses selbst: Wirk­ten sich medizinisch-technischer Fort­schritt oder verbesserte Erwerbs­mög­lich­keiten von Beginn an eher positiv auf die allge­mei­nen Le­bens­bedin­gungen aus? Oder über­wogen zu­nächst sterblich­keits­erhöhende Effekte, etwa in Gestalt schlech­ter Wohn- und Ar­beits­­bedin­gungen, d.h., wurde das Bevölkerungs­wachs­tum anfangs allein von höheren Geburten­raten getragen?In Japan stagnierte nach ersten Ver­bes­serungen in den 1880er und frühen 1890er Jahren die Lebens­erwartung bis zum Ende des Zwei­ten Weltkriegs trotz steigender Wirtschafts­leis­tung pro Kopf nahe­zu. Bisherige Erklärungs­ver­su­che für diese Ent­wick­lung über­zeugen jedoch wenig oder wurden noch nicht hin­rei­chend empirisch über­prüft. Letzteres betrifft vor allem die These, nach der bestimmte Fol­gen des starken Städtewachstums seit 1890 eine wei­tere Erhöhung der Lebenserwartung ver­­hindert haben.Hier möchte der Vortrag ansetzen und nach einem Über­blick über den Forschungsstand die nach Todes­ursachen aufgeschlüsselten Sterb­lich­keits­ver­hält­nisse in den 25 bzw. 28 größten Städten Japans für die Zeitpunkte 1913 und 1930 beschreiben. Dabei wird auch auf die Herausforderungen einge­gan­gen, die sich bei der Nutzung zeit­genös­si­scher sta­ti­stischer Quellen stellen. Ziel ist es, An­sätze für eine Erklärung der Mor­ta­li­täts­­unterschiede zwischen den aus­gewähl­ten Städten zu liefern und damit zur Beant­wor­tung der Frage nach den Gründen für die Stag­na­tion der Lebens­erwartung in Japan während der ersten Hälfte des 20. Jh. beizutragen.
LOCATION:Asien-Afrika-Institut (AAI), Edmund-Siemers-Allee 1, Flügel Ost, 20146 Hamburg, Raum 121
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